TSB Flensburg – SV Eichede 0:2 (0:0)

Schleswig-Holstein-Liga (5. Liga); Eckener Platz (8000 Plätze); 300 Zuschauer

Kennst du diese Vorfreude? Diese Vorfreude, wenn du einen neuen Sportplatz entdeckst? Wenn dort sogar gespielt wird und du nicht umsonst hergefahren bist? Nein, verstehst du nicht? Okay, dann vergleichen wir es anders. Kennst du das Gefühl, wenn du ein neues paar Schuhe entdeckst welches noch keine deiner Freundinnen getragen hat?
Und bei kleineren Vereinen in den unteren Ligen ist es wie in einen Secondhandshop zu gehen. Du erwartest nichts Neues und nichts Glamouröses. Hoffst aber, etwas Außergewöhnliches zu finden…
Genau so fühlt es sich an, wenn du ein neues Stadion oder einen Fußballplatz betrittst. Große Vorfreude, pure Neugier und genauso wichtig wie der Name des Schuhdesigners auf deinen neuen Paar Schuhe ist für mich die Eintrittskarte.
Anders ausgedrückt, es ist für mich ein inneres Blumen pflücken, am Rande eines Spielfeldes zu stehen und zu genießen.

Ich schweife ab, deshalb ein paar Sätze zum Ziel der heutigen Reise, wo es die Eintrittskarte heute leider nur als Abrissbon gab.
Gastgeber war an diesem wechselhaften Samstag war der TSB Flensburg, der seine Heimspiele auf dem Eckener Platz austrägt und in einer der wahrscheinlich nördlichsten Städte Deutschlands zu Hause ist.

Das Stadion liegt schön gelegen hoch über der Flensburger Förde, mit Aussicht auf das grüne Ostseewasser. Ich mag es auf den ersten Blick, eine große Stehtribüne für 8000 Menschen lehnt sich an den Hügel hinter ihr. Ich glaub, ich hab mich schon ein wenig verliebt…

Die Preise beim TSB sind okay, so zahlt man 5 Euro Eintritt, fürs Flensburger Pils 2,50 Euro, der Kaffee kostet 1,50 Euro und die
Bratwurst is(s)t lecker für 2,50 Euro.

10 Jungs aus Eichede sorgten für etwas alkoholgeschwängerte Stimmung, warum auch nicht. Durch die einseitige Kessellage des Stadions klang es manchmal sogar nach mehr als 10 Unterstützern. Morgen zieht die Gruppe weiter nach Odense, erste dänische Liga besuchen. Sympathisch!
Einer der Eichede Fans erzählte mir noch launig und ungefragt von den Hells Angels, die in Flensburg das Sagen haben und von vergangenen besseren Zeiten der eigenen 5000 Seelengemeinde, gelegen zwischen Lübeck und Hamburg.

Sportlich sollte die Begegnung ein Leckerbissen werden. Der letztjährige Aufsteiger TSB stand vor der Partie auf Platz 3, trat an gegen den Tabellenführer und Aufstiegsanwärter. Spannung also garantiert, denn nur 6 Punkte trennten die beiden Teams vor dem Anpfiff.

Die erste Halbzeit plätscherte ausgeglichen vor sich hin, in der zweiten Hälfte wurden dem TSB dann in Unterzahl die Grenzen aufgezeigt. 2 Gegentore und eine glatt rote Karte zerstörten nicht nur die zarten Aufstiegshoffnungen, sondern sorgten für schlechte Laune in rot-weiß.

Insgesamt ein perfekter Stadionbesuch auf einem wirklichen Kleinod deutscher Fußballplätze.

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