TuS Erndtebrück – 1. FC Köln II 0:3 (0:1)

Regionalliga West (4. Liga); Pulverwaldstadion (3000 Plätze); 500 Zuschauer

Durch das malerische Siegerland, am Fuße der Ausläufer des Rothaargebirges, mitten in der Idylle erreicht man die Kleinstadt Erndtebrück, die sich mit ihrem TuS in der letzten Saison als Meister der Oberliga für die 4. Liga qualifizierte.

Doch so schnell wie der Verein gekommen war, geht er ebenso schnell wieder Richtung Oberliga. Rechnerisch schien der Gastgeber zwar vor dem Spiel schon abgestiegen, jedoch könnte es am Ende der Saison auf Grund der komplizierten Abstiegsregelung bis zu 3 Absteiger weniger in der RL-West geben. Daher ging es im Duell des 15. aus Köln und dem 17. aus der 8000 Einwohner Gemeinde nicht nur um die goldene Ananas, sondern vielleicht doch noch um den Klassenerhalt.

Der Schnitt von 400 Zuschauern wurde an diesem Spieltag auch glatt übertroffen und neben ein paar Köln-Fans aus der Region hatten sich wohl insgesamt 500 Schaulustige eingefunden. Auf der Tribüne gab sich auch Patrick Helmes die Ehre, der von den örtlich ansässigen Halbwüchsigen auch sofort begeistert erkannt wurde.

Das Stadion liegt malerisch am Fuße einer kleinen Bergkuppe gelegen und bietet mit seiner Haupttribüne ausreichend Platz für die im Schnitt anwesenden Fans. Sogar einen Käfig für Gästefans kann man dort bestaunen, doch so neu und sauber wie der aussah, waren bisher scheinbar noch nicht viele Fans in den „Genuss“ der Unterbringung gekommen. Die Lage des Sportplatzes bedingt, dass das Posten von Selfies oder Videos auf Grund fehlender Netzabdeckung nicht so ohne weiteres möglich ist.

Der Kunstrasenplatz ist zwar von einer kleinen Laufbahn umgeben, die aber nicht so breit ausgelegt ist, dass man sich zu weit vom Spielfeld entfernt fühlt, sofern man sich auf der Haupt- oder Gegengerade des Stadions befindet. Der „Stolz der Region“ bietet seinen Fans sogar ein reichhaltiges Fanartikelangebot an einem eigens eingerichteten Garagenverkauf an.

Die Getränke sind angemessen günstig, der dekorative Plastikbecher war für 1 Euro zu haben, die Bratwurst kostet dort 3 Euro und die einzigen zwei Vertreter der Ordnungsmacht ließen sich selbige genüsslich schmecken.

Ein entspanntes Fußballerlebnis für alle Beteiligten also, mal von den Spielern der Gastgeber abgesehen, die sich eine 0:3 Klatsche abholten und vom Profi in den Reihen der Amateure – Maurice Exslager – mit zwei Toren wahrscheinlich in die 5. Liga befördert wurden.

Stimmungsmäßig war es leider eher lau, richtigen Support gab es von den „Rängen“ leider nicht. Dafür viel Idylle und eine Welt drum herum, die noch in Ordnung zu sein scheint. Ein netter Fußballnachmittag mit Sonne und Gemütlichkeit.

Advertisements